Sonntag, 29. Januar 2012

Maggie Stiefvater - Ruht das Licht


Dies ist die Geschichte eines Jungen, der einWolf war, und eines Mädchens, das zu einem wurde.
Sam ist zu Grace zurückgekehrt. Die Injektion des tödlichen Meningitis-Blutes hat ihn von dem Wolf geheilt. Er ist ein Mensch. Und wird es bleiben, unabhängig von den Außentemperaturen. Endlich gibt es eine Chance für ihre Liebe. Sie sehnen sich nach einem ruhigen, normalen Leben. 
Doch nun bekommt Grace, die nie krank war, plötzlich hohes Fieber. Und während Sam sich langsam erlaubt, an eine Zukunft als Mensch zu denken, erkennt Grace, dass sie sich ihrer Gestalt nicht mehr sicher sein kann.
Die Autorin dringt dieses Mal tiefer in Sam und seine Gefühlswelt ein, seine Ängste, Grace an den Wald zu verlieren. Sams Situation ist an einigen Stellen herzzerreißend und zu Tränen rührend. Man möchte ihn tröstend in die Arme nehmen.
Grace' Eltern machen Sams Leben nicht einfacher, als sie ihn im Bett ihrer Tochter erwischen und ihm verbieten sie zu sehen. Die beiden beschließen wohl endlich, Eltern zu sein. Doch dieses Recht haben sie sich schon vor langer Zeit verwirkt, und das lässt Grace sie spüren..
Die Geschichte ist, wie der erste Teil, aus den verschiedenen Ich-Perspektiven von Grace und Sam geschrieben. Doch in diesem Band kommt auch die Sicht von Isabel und einem der neuen Wölfe, Cole hinzu. Cole, der mit aller Macht versucht, seine Wolfsgestalt zu behalten, um sich selbst zu verlieren, entwickelt sich im Laufe des Buches weiter, von einem unsympathischen, überheblichen und arroganten Rockstar zu einem tiefgründigen, verletzlichen und von Schuldgefühlen geplagten Jungen.
Auch Isabel wirkt sympathischer und tiefgründiger als sie es im ersten Band getan hat.
Maggie Stiefvater erzählt die Fortsetzung von Sam und Grace wieder in ihrem detailgenauen, fesselnden Schreibstil, der mich schon in „Nach dem Sommer“ begeistert hat.
Dennoch ist dieser Teil düsterer, unheilversprechender. Das bemerkt man schon am Einband. Die farben sind gedeckt und düsterer als die des ersten Bandes.
Da im Prolog ja schon darauf hingewiesen wird, was Grace bevorsteht, wartet man natürlich schon gespannt, wann es so weit sein wird. Was jedoch durch die Erzählweise und die Einbringung von Isabel und Cole der Spannung, meiner Ansicht nach, keinen Abbruch tut.
Wie schon bemerkt, ist dieser Teil der Trilogie düsterer als „Nach dem Sommer“. Aber auf jeden Fall genauso gut.
Ich war sofort wieder im Bann von Mercy Falls und den Wölfen. Und habe wieder mit Grace und Sam, aber auch mit Isabel und Cole mitgefühlt. Eine wirklich gelungene Fortsetzung und ich kann es kaum erwarten, dass der nächste Teil veröffentlicht wird.

Unbedingt lesen! Es lohnt sich!


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