Dienstag, 6. März 2012

Donna W. Cross - Die Päpstin


In einem der wohl dunkelsten Jahrhunderte des Mittelalters wird im Winter 814 die kleine Johanna, als Tochter eines englischstämmigen Dorfpriesters und einer sächsischen "Heidin", geboren. Ihr Bruder Matthias bringt Johanna lesen und schreiben bei, was jedoch der Vater, der Johanna ihr Leben lang missachtet und misshandelt hat, nicht gutheißt. Er schlägt Johanna halbtot, als diese nicht auf ein Buch verzichten möchte, das ihr ihr Lehrer Aeskulpius geschenkt hatte. 
Unerwartete Hilfe erfolgt für Johanna als sie in der Domschule Dorstadt aufgenommen wird. Fortan verbringt sie ihre Tage beim Studium und in der Freien Zeit mit Ritter Gerold, bei dessen Familie sie lebt. Als eines schicksalhaften Tages die Normannen die Stadt überfallen und Johanna mitansehen muss, wie ihre Ziehschwester Gisla von den Räubern vergewaltigt wird, wird der jungen Frau klar: Für Frauen wie sie ist kein Platz in dieser Welt. 
Sie führt fortan das Leben ihres verstorbenen Bruders und tritt als "Bruder Johannes Anglicus" ins Kloster Fulda ein. Doch die Wirren des Schicksals haben noch großes mit Johanna vor... 
Spannend und mit nur wenigen längen erzählt die Autorin das Leben der fast vergessenen Päpstin Johanna. Donna W. Cross macht deutlich, mit welchen Widrigkeiten die Frauen zur damaligen Zeit der Hexenverbrennungen und Frauenverachtung leben mussten. Dadurch wundert es nicht, dass es einige Frauen gab, die sich für ein Leben als Mann entschieden haben. Obwohl man bereits weiß, wohin das Schicksal Johanna führt, tut dies der Spannung keinen Abbruch. 
Eine tolle Geschichte über eine Frau, die sich in schwierigsten Zeiten selbst verwirklicht hat. 
Absolute Leseempfehlung nicht nur für Historik-Fans!

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