Samstag, 14. April 2012

Josef Kelnberger - Bullen und Schweine


In einem Schweinemastbetrieb unweit von Straubing in Niederbayern wird die Leiche des Unternehmers und Lokalpolitikers Richard Plochinger gefunden. Grausam erstochen und entsorgt in einem Schweinesarg. Der Münchner Kommissar Konrad Wolf erfährt von dem Fall und reist zurück in seine alte Heimat, um bei den Ermittlungen zu helfen und seine alte Jugendliebe Klara, kürzlich verwitwete Plochinger wiederzusehen. Wolf, der sich in seiner bisherigen Karriere nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte, was Ermittlungen in freier Wildbahn betrifft, ermittelt den örtlichen Kollegen hinterher. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn alles, was er herausfindet, wissen die Straubinger Kommissare bereits. Und das Wiedersehen mit seiner Ex verläuft auch nicht gerade wie im Bilderbuch, bis er unerwartet Hilfe von einem türkischstämmigem Geschwisterpaar erhält.

Josef Kelnbergers Krimi ist eine Musterbeispiel für ein unstetiges Auf- und Ab in Sachen Spannung. Lässt er die Ermittlungen durch eine unvorhersehbare Wendung einmal spannend werden, referiert sein Hauptprotagonist wieder über das Leben, die Welt und die Provinz, die doch plötzlich so anders ist, als vor knapp 30 Jahren als er sie verlies. Und Kommissar Wolf ist seiner Meinung nach ein großartiger Polizist, und die Niederbarischen Provinzbullen unter seinem ermittlerischen Niveau. Und zudem ist er einer schier einzigartigen abstrakten Denkweise mächtig. Und genau darum war ich schon nach wenigen Kapiteln total genervt von diesem psychotischen Kommissar, und der verworrenen Schreibweise des Autors. Mal schreibt er aus der Vogelperspektive, mal aus direkter Sicht des Kommissars. Und während man im Laufe der Seiten zwangsläufig immer mehr von Wolf und seinen Ängsten und Problemen erfährt, bleiben die anderen Figuren reichlich blaß. In den letzen Seiten merkt man zudem auch, dass der Lektor wohl nicht mehr sehr aufmerksam war, denn es werden einige Male Namen verwechselt (z.B. Ayla und Fiona), was den Leser zunehmend verwirrt...

Fazit: Ein verworrener Krimi über einen psychotischen Kommissar, der ohne Sinn und Verstand ermittelt. Dieser Versuch auf den aktuellen Provinzkrimi-Hype aufzuspringen, ist meiner Ansicht nach kläglich gescheitert.

Bewertung: ★☆☆☆☆

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