Dienstag, 5. Juni 2012

Fredrika Gers - Die Holzhammer-Methode


Im Berchtesgadener Land, genauer gesagt am Königssee fällt ein Gleitschirmflieger vom Himmel. Da dieser aus seinem Erfahrungsstand seinen Flieger problemlos in den Griff bekommen hätte, glaubt Hauptwachtmeister Franz Holzhammer nicht an einen Unfall. Doch sein Chef Klaus Fischer möchte sich keinen Rüffel einholen und verweigert somit eine offensichtlich überflüssige Obduktion. Als wenig später eine zweite Leiche als Unfallopfer deklariert wird, beginnt Holzhammer zu ermitteln. Unerwartete Unterstützung erhält er hierbei von Christine, der "zugereisten" Ärztin der zweiten Leiche.

Der Leser wird von der Autorin gleich am Anfang mitten ins Geschehen geworfen, vor wenigen Minuten ist der Gleitschirmflieger am Boden aufgeschlagen. Fredrika Gers lässt den Leser ihre Geschichten aus den verschiedenen Perspektiven von Franz Holzhammer, Ärztin Christine, Bankangestelltem Matthias und einer Unbekannten Person, offensichtlich dem Mörder begleiten. Dadurch erzählt sie auch quasi nebenbei die jeweiligen Lebensgeschichten ihrer Hauptprotagonisten.

Der Krimi ist spannend geschrieben und lässt das Buch mit den titelgebenden, ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden und sympathischen Protagonisten zu einem Pageturner werden. Der einfache und detailgenaue Schreibstil von Fredrika Gers versetzt den Leser regelrecht ins Berchtesgadener Land.

Ein Hingucker ist das rustikal gestaltete Cover mit dem Murmeltier, das man auch in den einzelnen Kapiteln wiederfindet.

Abzüge bekommt das Buch für die manchmal zu sehr überzeichnete Darstellung der Bayrischen Bevölkerung und dem Umstand, dass dem aufmerksamen Leser schon bald der Übeltäter bekannt sein dürfte.

Fazit: Ein gelungener Alpenkrimi, ausnahmsweise mal von einem Nordlicht geschrieben, mit sympathischen Protagonisten, wenigen Schwächen und einigen Schmunzlern.

Bewertung: ★★★★

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