Sonntag, 17. Juni 2012

Martin Millar - Kalix: Werwölfin von London


Die völlig verwahrloste und heruntergekommene junge Werwölfin Kalix streift durch London. Immer auf der Suche nach einer möglichst annehmbaren Unterkunft und auf der Flucht vor ihrer Familie und den Werwolf-Jägern der Avenaris-Gilde. Nachdem ihr Geliebter Gawain aufgrund ihrer Verbindung von der heimatlichen Burg verbannt wurde, griff Kalix ihren Vater, den Fürsten der Schottischen Werwölfe an und floh vor ihrer sicheren Strafe nach London. Dort erhält sie zumindest geringfügige Unterstützung von ihrer Schwester Thrix, die dort ein Modelabel führt. Als sie zufällig vom Studenten Daniel aus einer äußerst brenzligen Situation gerettet wird, findet Kalix Freunde und ein Heim. Doch ihre Familie sinnt noch immer auf Rache für Kalix' Überfall auf ihren Vater.

Die kurzen und abwechslungsreichen Kapitel und die schwelende Familienfehde der MacRinnalch-Wölfe sorgen für großartige Spannung. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, denn ich wollte unbedingt wissen, wie Kalix' Geschichte weitergeht. Der Schreibstil des Autors ist sehr einfach und schnörkellos. Es wird großes Augenmerk auf die Gemütszustände der Protagonisten gelegt, wodurch die Beschreibung der Protagonisten und ihrer Umgebung leider etwas auf der Strecke bleibt. Auch die ständigen Wiederholungen, wer im Werwolfclan miteinander verwandt ist und dass die MacRinnalchs außergewöhnlich schön sind, nerven ein wenig. Zum Glück wird das in der zweiten Hälfte des Buches besser. Nichts desto trotz hätte man den 750seitigen Roman um sicherlich 100 Seiten kürzen können.
Die Story um die unglückliche und ausgestoßene Werwölfin fand ich sehr gut. Kalix und der ein oder andere Darsteller dieser Geschichte sind mir im Laufe der Seiten doch sehr ans Herz gewachsen. So manche unglaublich komische Situation in diesem Buch lassen auch den Humor nicht ganz außen vor.

Fazit:  Eine von Selbstzweifeln zernagte Anti-Heldin, die den Beschützerinstinkt des Lesers weckt, lässt diesen Roman zur spannenden Lektüre werden. Hoffentlich werden die Schwächen des Buches im zweiten Band ausgemerzt.

Bewertung: ★★★★

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