Mittwoch, 6. Juni 2012

Sara Gruen - Wasser für die Elefanten


Als neben einem Altenheim ein Zirkus halt macht, fühlt sich der Heimbewohner an seine jungen Jahre erinnert: Im Sommer 1931 sterben Jacob Jankowskis Eltern bei einem tragischen Autounfall. Der kurz vor dem Examen stehende angehende Tierarzt bricht zusammen und springt eines Nachts auf einen Zug, der sich als Zirkuszug entpuppt. Für Jacob wird schnell ein Platz im Zirkus gefunden, denn ein Tierarzt wird dringend gebraucht. Doch die Lebensumstände sind hart, und Tiere wie Menschen werden bei "Benzinis" nicht mit Samthandschuhen angefasst. Als Jacob sich mehr und mehr zu Marlena hingezogen fühlt, beginnen die Probleme erst recht, denn die Artistin ist mit dem extrem launischen Dompteur Augustus verheiratet.

Die Autorin beschreibt Jacobs Leben im Altersheim und seine Aufregung, was den ankommenden Zirkus betrifft. Dann driften seine Gedanken ab ins Jahr 1931 und er erzählt in Ich-Perspektive seine Geschichte.
Die Autorin schreibt spannend, detailreich und flüssig. Auch die Hauptfiguren werden gut herausgearbeitet. Nur leider bleiben in den ersten beiden Dritteln der Geschichte meiner Meinung nach die Gefühle etwas auf der Strecke. Hier mutet mir der Stil etwas zu sachlich an, und ich hatte mehr erwartet. Dennoch habe ich diesen Roman in einem Rutsch verschlungen, denn der Prolog versprach bereits spektakuläre Ereignisse.

Fazit: Ein wunderschöner Roman über eine Liebe mit Hindernissen und die grausame Zirkus-Welt während der Wirtschaftskrise in den 30er Jahren, den man nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Bewertung: ★★★★

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen