Montag, 9. Juli 2012

Richmond, Michelle: Ein einziger Blick


Nur wenige Sekunden hat Abby nicht aufgepasst. Nur einen einzigen Blick auf unwichtige Dinge verschwendet und plötzlich ist die sechsjährige Emma weg. Die Tochter ihres Verlobten spurlos verschwunden. Panisch sucht Abby ihr kleines Mädchen, und auch die Polizei findet keinerlei brauchbare Hinweise, wo das Mädchen sein könnte. Die Theorie, Emma könnte einfach den Strand verlassen, ins Meer gegangen und ertrunken sein, scheint für alle Beteiligten immer plausibler. Doch Abby wähnt das Mädchen am Leben und gibt die Suche nicht auf.

Dieser Roman, in Abbys Ich-Perspektive verfasst, begleitet die verzweifelte Frau auf ihrer Suche nach Emma. Doch es wird nicht nur die Suche nach dem Mädchen beschrieben, es kommt auch immer wieder das Thema Erinnerung auf den Tisch. Welche Methoden gibt es, sich besser erinnern zu können? Denn das eine lässt Abby keinen Tag los: Was hat sie übersehen? An welches kleine, womöglich ausschlaggebende Detail kann sie sich nicht erinnern?
Die Autorin beschreibt Abbys Tage, Wochen und Monate nach dem Verschwinden des Mädchens sehr genau und detailverliebt. Manchmal vielleicht zu genau, aber das tut der Spannung, die den Leser an dieses Buch fesselt keinen Abbruch. Unbedingt wollte ich erfahren, ob das Mysterium um Emmas Verschwinden aufgelöst werden kann.

Wer bei diesem Buch eine actionreiche Rettungsaktion erwartet, wird enttäuscht. Es geht hier in erster Linie um die Verzweiflung und Hilflosigkeit nach so einem Ereignis. Und Abbys Entscheidung, einfach nicht aufzugeben.

Fazit: Ein spannendes Buch über ein heikles Thema und einer schier aussichtslose Suche, die den Leser die Verzweiflung der Hauptperson regelrecht spüren lässt.

Bewertung: ★★★★

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