Mittwoch, 22. August 2012

Ella Kingsley: Dancing Queen


Ohne Vorwarnung wird Maddie von ihrem Freund Lawrence auf offener Straße verlassen und als dann auch noch ihre Eltern, DAS 80er Pop-Duo beschließen auf Comback Tour zu gehen und Maddie derweil ihre Karaoke-Bar überlassen, ist das Chaos nun wirklich perfekt. Der heruntergekommene Club schreit nach mehr als nur einem neuen Anstrich und benötigt dringend ein paar Gäste.
Da kommt Maddie und ihrer Crew aus der Bar eine Zeitungsannonce gerade recht: Eine Reality-Show will ein neues Konzept starten und alte Bars aufmöbeln. Und Maddie ist dank einem Zusammenprallen mit dem attraktiven Nick nicht gerade auf das Kleingedruckte des Vertrages konzentriert, als sie ihn unterschreibt. Da sind böse Überraschungen schon vorprogrammiert...

Ella Kingleys Hauptprotagonistin Maddie, die völlig unmusikalische Tochter eines ehemaligen Top-of-the-Pops Duos scheint von Katastrophen verfolgt und schlittert mit liebenswerter Naivität immer wieder in solche hinein. Dank der Ich-Perspektive aus Maddies Sicht, in der dieser Roman verfasst ist, darf der Leser bei solchen Situationen hautnah dabei sein.
Die Geschichte ist mit einer guten Portion Witz erzählt und besonders bei den wenigen Dialogen zwischen Maddie und Nick musste ich herzlich lachen.
Doch da wären wir schon bei den Kritikpunkten. Die Autorin ließ sich bis zu ihrer Romanze zu viel Zeit, und genau die hat dann bei den Szenen zwischen Maddie und Nick gefehlt. Es wird viel Liebe in die Beschreibung der Bar und dem Ablauf der Reality Show gesteckt, wobei einige Protagonisten (Alex, Davinia) etwas auf der Strecke bleiben. Hier hätte ich mir mehr Ausgewogenheit gewünscht, was auch sicher zur Spannung beigetragen hätte. Denn richtig zur Sache ging es erst im letzten Drittel der knapp 400 Seiten...
Das Cover mit dem 80er-Jahre-Style Meerschweinchen (ganz offensichtlich Jaz' Andre), das man auch auf dem Schnitt wiederfindet, gefällt mir ganz toll, und lässt auch sofort erahnen, worum es in diesem Roman geht.
Dennoch eine sehr gute Idee, die mit dem Retro-Chick und dem Reality-TV Thema ein aktuelles Thema aufgreift.

Fazit: Schön geschrieben und mit viel Liebe und Witz erzählt, hätte diese Geschichte jedoch etwas mehr Aufmerksamkeit für seine Darsteller benötigt. Eine leichte Lektüre für zwischendurch.

Bewertung: ★★★★

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