Donnerstag, 23. August 2012

Lauren DeStefano: Totentöchter - die dritte Generation


In einer nicht allzufernen Zukunft ist es den Menschen gelungen die tödlichen Krankheiten Krebs und Aids auszumerzen, eine ganz Generation Kinder wurde damals im Reagenzglas gezeugt. Die sogenannten Erstgenerationen, die eine sehr lange Lebenserwartung haben. Doch diese müssen zusehen wie ihre eigenen Kinder sterben, denn die Zweit- und Drittgenerationen haben nur noch eine sehr begrenzte Lebenszeit: Jungen 25 und Mädchen sogar nur 20 Jahre, dann fallen sie einem grausamen Virus-Tod zum Opfer.
Die 16jährige Rhine gerät eines Tages in die Fänge von Sammlern, die junge, im gebärfähigem Alter stehende Mädchen an reiche Erstgenerationen und deren Söhne verkaufen. Sie landet zusammen mit der 13jährigen Cecily und der 18jährigen Jenna bei Linden Ashby und seinem Vater, einem Genforscher. Hier wird erwartet, dass die Frauen schnell Nachkommen zeugen um ein Gegenmittel für das Virus zu finden. Und während Cecily in der Rolle als Ehefrau ihrer Bestimmung nachkommt und Jenna Linden und Vaughn nur still hasst, kann Rhine sich nicht damit abfinden gefangen zu sein und denkt an Flucht. Doch dieses Vorhaben gestaltet sich nicht gerade einfach, vor allem wenn man Gefühle für seine Wärter und Mithäftlinge entwickelt...

Die Autorin erzählt diese Dysopie aus der Ich-Perspektive der verschleppten Rhine. Das Mädchen, dessen einziger Hoffnungsschimmer in ihrem trostlosen Dasein als Unwillige Ehefrau der junge Diener Gabriel ist, gewährt dem Leser sehr tiefe Einblicke in das Leben der drei "Schwesterfrauen". Naturgemäß lernt man hierbei Rhine am Besten kennen, doch nicht nur die Dienerschaft und der unheimliche Schwiegervater, ja auch Linden und seine beiden anderen Ehefrauen bleiben dadurch eher blass. Und während sich in Rhines Welt alles nur um die Flucht zu drehen scheint, erkennt der Leser sehr bald, dass er es hier mit einem äußerst wankelmütigem Teenager zu tun hat, der sich immerzu dem Mitleid für seine Umgebung (ja, auch den Verantwortlichen für ihre Gefangenschaft!) hinreißen lässt, was ihren Fluchtplänen nicht gerade förderlich ist.
Diese geraten durch die ausschweifend detaillierte Beschreibung die Lauren DeStefano hier dem Alltag der Frauen zuteil werden lässt auch sehr bald in den Hintergrund und ich ertappte mich einige male dabei, wie ich mir beim Lesen "bla bla bla" dachte, denn ich habe vergeblich darauf gewartet, dass endlich einmal etwas geschieht. Die ständigen Wiederholungen, mit denen man im Buch konfrontiert wird, machen die Sache auch nicht besser.

Dies soll der erste Teil einer Trilogie sein, man kann ihn aber getrost auch als Einzelband lesen. Worüber ich recht froh bin, denn ich werde mir sicher keinen weiteren Teil davon antun.

Fazit: Wer hier wie ich eine spannende Dystopie á la "Panem" oder "Starters" erwartet, wird herb enttäuscht werden. Diese Aneinanderreihung von mäßig spannenden Alltagsbeschreibungen muss man nicht gelesen haben.  Dafür gibt es keine Leseempfehlung von mir!

Bewertung: ☆☆☆☆

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