Sonntag, 12. August 2012

Marie Hermanson: Himmelstal


Als Daniel einen Brief seines Zwillingsbruders Max erhält, denkt er zunächst er käme direkt aus der Hölle. Doch das scheint nur ein Lesefehler. Denn es steht "Himmelstal" als Absendeortes. Daniel kommt Max' Bitte nach und Besucht seinen Bruder in der luxuriösen Klinik in den Schweizer Alpen. Dort angekommen, rückt Max sehr schnell mit dem Wahren Grund für Daniels Anwesenheit heraus: Er muss für kurze Zeit aus der Klinik verschwinden, um Geld für die Rechnungen zu beschaffen und Daniel soll ihn vertreten. Ohne wirklich zugesagt zu haben, findet sich Daniel am nächsten Morgen allein in der Unterkunft seines Bruders, der Pass, Handy und sogar seine Brille mitgenommen hat. Doch zunächst spielt er das Spielchen mit, denn es handle sich ja nur um ein paar Tage, und da gibt es ja auch noch die attraktive Corinne...
Doch Max taucht nicht wieder auf, und Daniel kommt allmählich dahinter, dass er nicht nur in dieser Hinsicht von seinem Bruder belogen wurde. Ein verzweifelter Kampf um die Freiheit beginnt...

Ein spannender Thriller, der mit einer guten Idee und kurzen Kapiteln besticht.. Ich habe das Buch auf nur zwei Tagen ausgelesen, denn ich wollte dringend wissen, wie es Daniel in der Klinik ergeht.
Der Hauptprotagonist ist sehr naiv und gutgläubig, Eigenschaften die ihn ja erst in seine brenzlige Lage gebracht haben. Es ist spannend zu sehen, welche Wandlung er im Laufe der Geschichte durchmacht. Die Autorin beschreibt ihr "Himmelstal" in einer sehr detaillierten, ja beinahe bildhaften Sprache. Doch das Hauptaugenmerk liegt ganz klar auf Daniel und der Umgebung, wobei die restlichen Charaktere doch sehr blass erscheinen. Was mich überrascht hat, war das Ende. Es kam mir zu schnell und zu lieblos. Hier hätte sich die Autorin an ihre vorhergehende Genauigkeit halten sollen.

Fazit: Ein flott zu lesender und spannender Thriller "für zwischendurch" in einem wirklich fesselndem, bildhaften Schreibstil verfasst.

Bewertung: ★★★★

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