Montag, 22. Oktober 2012

Cherie Priest: Boneshaker


Im 19. Jahrhundert verursacht der Boneshaker, eine für die Goldsucher gedachte, fehlgeschlagene Erfindung eine Katastrophe. Bei der Generalprobe gerät das Monstrum von einer Maschine außer Kontrolle und lässt große Teile Seattles einstürzen. Doch das Schlimmste kam wenige Tage später: Ein tückisches Gas, das jeden, der es einatmet zu einem Zombie werden lässt. Die Stadt wird evakuiert, doch einige Gesetzlose und zwielichtige Gestalten zieht es zurück in die Stadt. So auch Zeke Wilkes, Sohn des Boneshaker-Erfinders. Er will die Wahrheit über seinen Vater und Großvater herausfinden, doch die Zombies lechzen auch nach 16 Jahren noch nach Fleisch. Seine Mutter versucht den Jungen zu retten und folgt ihm.

Das Cover bereitet den Leser bereits darauf vor, dass er es hier mit einem Steampunk-Roman zu tun hat. Ich finde es äußerst gelungen und passend.
Cherie Priest führt den Leser flott mit einem flüssigen und schnörellosen Schreibstil durch die Geschichte. Doch die Spannung wird langsam aufgebaut und plätschert lange flach dahin. Unvorhergesehene Wendungen gibt es kaum, und auch die Angriffe der "Fresser" sind wenig überraschend und bereits ihm Vorfeld zu erahnen. Mutter und Sohn bleiben lange undurchsichtig, durchleben jedoch im Laufe der Geschichte eine positive Wandlung. Sympathisch wurden sie mir jedoch im Gegensatz zu den Nebendarstellern Miss Lucy und Jeremiah Swakhammer nicht.
Die Beschreibungen der Verrückten Erfindungen und der fiktiven Umgebung hätte ich mir detaillierter gewünscht, gefielen mir diese bei meinen bisher gelesenen Steampunk-Geschichten ja fast am Besten.
Hilfreich fand ich jedenfalls die Karte des evakuierten und ummauerten Seattle am Anfang des Buches. Dies half mir beim Lesen dieser Lektüre sehr, nicht die Orientierung in der Fraßverseuchten Stadt zu verlieren.

Fazit: Eine gute Idee, deren Umsetzung noch einiges an Feinschliff benötigt hätte. Für die liebenswerten und selbstlosen Nebendarsteller erhält das Buch einen Extrapunkt.

Bewertung: ★★★☆☆

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