Samstag, 29. Dezember 2012

Kit Whitfield: Wolfsspur


In der Welt der 28jährigen Lola May Galley herrscht eine Zweiklassengesellschaft: über 90% der Bevölkerung sind Werwölfe, der Rest sind sogenannte Non-Lykos, die sich in den Vollmondnächten nicht in Luneure verwandeln. Diese Menschen haben in den Augen der zahlreicheren Lykos eine Behinderung und werden als Glatthäute beschimpft. Alle Nons müssen in der ASÜLA-Behörder arbeiten, dem Amt für die Überwachung der Leuneur-Aktivitäten.
Anwältin Lola wird der Fall Richard Ellaway anvertraut: er hat Lolas Kollegen Johnny beim Vollmonddienst eine Hand abgebissen, und nur Wochen später wurde Johnny hinterrücks erschossen. Lola will das Verbrechen auf jeden Fall aufklären...

Kit Whitfields Schreibstil ist sehr flüssig und flott zu lesen. Und die Idee der 2-Klassen-Gesellschaft aus Werwölfen und "normalen" Menschen hat mir sehr gefallen. Das ganze Buch lässt sich in wirklich kurzer Zeit lesen, trotz der gut 600 Seiten. Kurze, spannende Kapitel fördern den Lesefluss noch.
Zur Hauptprotagonistin Lola habe ich zwiespältige Gefühle. Sie hat es als Glatthaut von Kindesbeinen an schwer, doch manchmal verbeisst sie sich einfach in ihre Sturheit und verletzten Gefühle, dass kein vernünftiges Reden mit ihr möglich ist. Einige der Nebendarsteller (Paul, Bride) waren mir jedoch sofort sympathisch.
Was mir eher negativ aufgefallen ist, sind die kaum vorhandenen Erklärungen und Beschreibungen. Einiges über die Horte ihrer Kindheit erfährt man im Laufe der Geschichte, doch so vieles bleibt offen: warum war Johnny mehr als nur ein normaler Kollege für Lola (außer dass sie hin und wieder Squash zusammen spielten)? Was hat das Verhältnis zu Lolas Schwester Becca so verkompliziert?
Auch Ortsbeschreibungen findet man in Roman eher selten.
Während dem Lesen habe ich auch mein Zeitgefühl für die Geschichte verloren. Wie viele Tage, Wochen sind denn nun vergangen?
Doch die Schwächen tun der Spannung bis zum überraschenden Ende keinen Abbruch.
Das Vollmond-Cover passt jedoch meiner Meinung nach sehr gut zur Geschichte, er findet sich auch in den einzelnen Kapiteln wieder.

Fazit: Eine gute Geschichte, die noch Potential nach oben hätte. Doch trotz der Schwächen ein spannendes Buch, darum nur geringer Punktabzug.

Bewertung: ★★★★

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