Montag, 15. Juli 2013

Christine Kabus: Im Land der weiten Fjorde


Wochen nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern erfährt Fotografin Lisa dass ihre Mutter einst während der Kriegswirren Deutschlands adoptiert wurde. Der Einzige Nachlass aus dieser Zeit ist ein Medallion mit einem Foto einer jungen Frau und eines Soldaten. Nach einigen Recherchen verschlägt es Lisa auf der Suche nach ihren wahren Wurzeln ins beschauliche Norwegen. Auf einem einsamen Fjord-Hof wird sie fündig...

Christine Kabus erzählt die Geschichte zweier Frauen: Auf der einen Seite Lisa, die ihre Blutsverwandten kennenlernen will. Und ganz nebenbei auch noch mit den Gefühlen zu ihrem Freund hadert. Auf der anderen Seite begegnet der Leser der jungen Norwegerin Mari, die sich in einen deutschen Soldaten verliebt, nachdem Nazideutschland in ihr Land eingefallen ist. Keine einfach Liebe, denn die sogenannten "Deutschenliebchen" werden mit Verachtung gestraft.

Eine gut erzählte Geschichte, die Hauptprotagonisten Lisa und Mari sind sympathisch, wobei mir letztere mehr ans Herz gewachsen war. Sie kam mir einfach authentischer und glaubwürdiger vor.
Die Geschichten verlaufen tatsächlich parallel, und werden kapitelweise abwechselnd erzählt. Was dafür sorgt, dass man immer noch ein Kapitel lesen will. Doch diese Spannung wird von den manchmal zu ausschweifenden Beschreibungen der Autorin über ihr geliebtes Norwegen boykottiert. Ein paar detailreiche Beschreibungen oder Erklärungen weniger hätten es auch getan.
Der Schreibstil ist einfach und meist flüssig. Selten bemerkte ich beim lesen kleine holprige Stellen, die ich mehrmals lesen musste.
Das Cover passt perfekt zum Buch und stimmt den Leser bereits in die überwältigende Kulisse eintauchen, die so bildhaft in der Geschichte erwähnt wird.
Sehr schön fand ich die Karte und den Stammbaum im Buch. Eine sehr gute Orientierungshilfe bei den vielen Familienmitgliedern!

Fazit: Ein gelungener Debütroman, der mit wenigen Schwächen Lust auf mehr von Autorin und ihrem großartigen Lieblingsland Norwegen macht. Ein wirklich lesenswertes Buch.

Bewertung:

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