Montag, 5. August 2013

Amanda Hocking: Die Tochter der Tryll - verborgen


Ihre Mutter hat es die ganze Zeit gewusst: Wendy ist nicht ihre Tochter. Sie versucht die 6jährige zu töten. Elf Jahre später lebt ihre Mutter noch immer in einer Anstalt und Wendy mit Bruder Matt bei ihrer Tante Maggie. Mittlerweile ist auch Wendy klar, dass sie anders ist. Doch erst als sie auf der neuen Schule den vermeintlichen Stalker Finn kennenlernt, erfährt sie wer oder viel mehr was sie ist...

Die Autorin hat einen Fantasy-Roman ganz abseits des Hypes um Vampire und Werwölfe geschaffen. In dieser Geschichte sind die magischen Wesen Tryll - Trolle.
Der Schreibstil von Amanda Hocking ist flüssig und einfach. Der Aufbau ihrer Geschichte leider auch. Man liest sich flott durch die 300 Seiten, hat aber das Gefühl, dass die meiste Zeit nur geredet oder die Umgebung beschrieben wird. Passiert tatsächlich etwas aufregendes, wird dies schnell abgehandelt. Wie zum Beispiel die Schlägerei auf der Straße... Die Emotionen dieser Augenblicke kommen auch nicht wirklich beim Leser an. Gefesselt hat mich das ganze aber unerklärlicherweise trotzdem.
Ihre Hauptprotagonistin ist der typische pubertäre Teenager: voller Selbstzweifel, Identitätskrise, Launen- und Sprunghaftigkeit gepaart mit einer guten Prise Ignoranz. Und genau das stört mich an Wendy. Einerseits bedeutet ihr ihre Familie, allen voran Matt, alles. Doch sie tut nichts lieber als ihnen weh zu tun, ohne groß einen Gedanken daran zu verschwenden oder große Gefühlsregungen zu zeigen. Sie nimmt die Ereignisse, die sie eigentlich schon etwas verstören sollten, mit geradezu stoischer Ruhe hin und schwärmt lieber für ihren Tracker. Das wirkt alles andere als authentisch.
Hinzu kommt, dass ihr männlicher Gegenpart Finn zu undurchsichtig, launisch und geheimnisvoll wirkt. Man kann nicht wirklich nachvollziehen, was ihn bewegt.
Auch die anderen Nebendarsteller wirken eher flach und meist kalt. Meine Neugierde was mit ihnen in den weiteren Teilen der Trilogie geschieht hält sich daher eher in Grenzen.

Fazit: Eine gute Idee, deren Umsetzung noch einiges an Schliff bedarf. Die Folgebände werde ich wohl nicht mehr lesen. Keine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

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