Sonntag, 9. Februar 2014

Elena Santiago: Inseln im Wind


In England stehen große Umschwünge bevor: der größenwahnsinnige König Charles I. wird entmachtet und getötet, die Puritaner mit Cromwell an der Spitze übernehmen die Macht im ehemaligen Königreich. Um der Sicherheit ihres Vaters willen, ein eingefleischter Royalist, willigt die junge Lady Elizabeth in die Hochzeit mit dem bürgerlichen Sohn eines Plantagenbesitzer aus dem fernen Barbados ein. Doch eine schicksalhafte Begegnung mit dem Freibeuter und Piraten Duncan Haynes noch vor der Trauung stürzt Elizabeth in ein heilloses Gefühlschaos...

Elizabeth ließ mich zeitweise schier verzweifeln an diesem Buch. Ihre Naivität und ihre Angewohnheit vor manchen Problemen einfach die Augen zu verschließen hat meine anfängliche hohe Meinung von der eigensinnigen und selbstbewussten Frau ganz schön schrumpeln lassen. Auch ihre "Liebe" zu dem rücksichtslos und selbstsüchtig wirkenden Duncan Haynes wirkt für mich an den Haaren herbeigezogen: Wie kann sie nur einen Mann lieben, mit dem sie wenige Worte geteilt hat, der ihr schamlos und hastig ihre Unschuld geraubt, und dann auch noch bei den seltenen weiteren Begegnungen ohne großes Federlesens, vieler Worte und trotz ihrer (zugegeben schwachen) Einwände regelrecht über sie hergefallen ist??

Einige der beschriebenen Fakten fand ich dagegen sehr interessant und lehrreich. Die Sache mit den Schuldkontrakten zum Beispiel und der Tatsache, dass viele Matrosen und Arbeiter zu damaliger Zeit einfach gekidnappt wurden, um die anstrengenden Tätigkeiten zu verrichten.
Aber irgendwie hatte ich beim Lesen die gesamten gut 500 Seiten hinweg das Gefühl, dass zwar viel geschrieben, aber nur wenig mitgeteilt wurde. Manche Nebensächlichkeiten wurden einfach zu sehr aufgebauscht. Und manches Handeln auch nur unzulänglich erklärt... Schade.

Der flüssige und angenehme Schreibstil der Autorin sorgt für eine mitreißende Atmosphäre, wodurch ich trotz der deutlichen Schwächen der Geschichte das Buch flott gelesen habe. An der Punktzahl die ich zu geben bereit bin kann dies jedoch leider nichts mehr ändern...

Fazit: Dieses Buch hat meine Erwartungen leider ganz und gar nicht erfüllt. Den Folgeband "Wind der Gezeiten" werde ich mir wohl nicht antun. Schade.

Bewertung:

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