Sonntag, 23. Februar 2014

Milly Johnson: Frühlingsgewühle


Bisher hat die 35jährige Lou Winter alles gehortet oder in sich hineingefressen: die unnötigen, lieblosen Küchengeräte die sie zu jedem Feiertag von ihrem notorisch untreuen und despotischen Ehemann bekommt, die grausamen Sticheleien die sie von eben jenem täglich zu hören bekommt und noch so einiges unbrauchbares, das das gesamte Haus vollstopft.
Bis Lou auf einen Zeitungsartikel stößt, der ihr die Vorteile des "Entrümpelns" näherbringt. Voller Tatendrang und steigender Begeisterung legt Lou los. Und findet nicht nur den sexy Containermann Tom, sondern auch neues Selbstvertrauen um auch in Sachen Liebe einen Frühjahrsputz zu unternehmen...

Puh... Schwer zu beschreiben, was beim Lesen hier vor sich ging. Die ersten knapp 100 Seiten muss man sich erst mal in die Geschichte reinfinden. Grobe Andeutungen der Autorin zu dem Leben von Lou und ihrem Mann verwirren anfangs nur, und machen das erste Viertel zu einer zähen Angelegenheit. Doch dann wird man von Lous Aufräumaktion richtig mitgerissen und das Buch nimmt endlich Fahrt auf. Was natürlich auch dem Erscheinen von Tom Broom auf der Bildfläche zu verdanken ist ;-)
Bei den Protagonisten bin ich echt zwiegespalten. Nur zwei sind auf Anhieb sympathisch: der Containermann und Deb. Selbst bei Lou konnte ich anfangs nur den Kopf schütteln über so viel Naivität, Selbstverleugnung und Unterwürfigkeit. Doch nach und nach macht es Freude ihr dabei zuzusehen, wie sie wieder zur "alten" fröhlichen und selbstbewussten Frau wird. Und bei so einigen Situationen die sie bei ihrer Reise dahin durchlebt, muss man schon kräftig schmunzeln.
Dann bleibt da noch Phil... Dieses miese kleine despotische, geldgeile und grausame A....... . Ich habe wirklich keine Ahnung, wie Lou das so lange mit ihm ausgehalten hat. Jedes mal wenn er von "Gleichgewicht in seiner Ehe" und "Lou wieder auf Spur zu bringen" sinniert hat, hätte ich ihm am liebsten weh getan... Phil ist dermaßen unsympathisch und auf seinen eigenen Vorteil bedacht, dass es stellenweise einfach unglaubwürdig und verkünstelt wirkt.

Fazit: Mit etwas Durchhaltevermögen wird man mit einem spannenden und komischen (Liebes-) Roman belohnt. Aufgrund des zähen Einstiegs und des zu überzeichnet unsympathischen Ehemanns gibts aber Punktabzug. Eine Leseempfehlung spreche ich daher auch nur eingeschränkt aus.

Bewertung:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen