Dienstag, 25. August 2015

Morgan Callan Rogers: Rubinrotes Herz, Eisblaue See


Florine Gilham lebt in den 60ern ein gut behütetes Leben im Fischerdorf The Point in Maine. Als eines Tages ihre Mutter Charlie spurlos verschwindet bricht für die damals 11jährige ihre ganze Welt zusammen. Leeman, ihr Vater flüchtet sich in den Alkohol, und als Florine es im gemeinsamen Haus nicht mehr aushält zieht sie zu ihrer Grand. Doch die Unsicherheit übers Charlies Schicksal lässt dem heranwachsenden Mädchen keine Ruhe...

Die ersten hundert bis hunderfünfzig Seiten muss man sich erst mal in die Erzählweise und die Geschichte einleben, doch hat man diese Hürde geschafft, wird man mit einem wünderschönen, tieftraurigen und mitreißenden Buch belohnt, das man nicht mehr zur Seite legen mag. Ich habe Florine beim Erwachsenwerden beobachtet. Mit ihr die Höhen und Tiefen der Pubertät durchlebt, und quasi täglich um Charlie gezittert. Ihre Patzigkeit, die Florine immer wieder an den Tag legt, fand ich ganz witzig, kann aber ihren Vater auch verstehen, der mehr und mehr Probleme hatte mit dem Teenager fertig zu werden, seine Tochter jedoch nie aufgab.
Neben Florine habe ich Grand, Leeman, Bud, Dottie und alle anderen liebgewonnen. Beeindruckt hat mich die Gemeinschaft von The Point, die Florine in den schweren Zeiten beigestanden haben. So etwas ist in der heutigen Zeit wohl eher eine Seltenheit.
Morgan Callan Rogers erzählt "Rubinrotes Herz, Eisblaue See" sehr direkt und schnörkellos. Das hat mein Kopfkino was das Vorstellen des Fischerdorfs angeht leider etwas ausgebremst. Das und die etwas zähen ersten Seiten hindern mich daran, dem Buch die volle Punktzahl zu geben. So reicht es leider nur für 4 statt 5 Fuxxis.

Fazit: Wenn man über die ersten 150 Seiten kommt, erwartet einen ein großartiges Buch übers Erwachsenwerden, Verluste und Abschiede. Florines Geschichte bekommt eine Leseempfehlung von mir.

Bewertung:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen